Ich arbeite nicht mit dem Tod. Ich arbeite mit dem Leben.

Ein Jahr ist es jetzt her, dass ich den Verein Pusteblume und die Selbsthilfegruppe Fehlgeburt & Stille Geburt, Wels gegründet habe. und Ein Jahr in dem viel passiert ist.
Oft werde ich gefragt: “Wie hältst du das aus, immer mit dem Tod deiner Kinder konfrontiert zu werden?”.


Für mich ist es kein ‘aushalten’. Für mich ist es Leben. Ein Leben in Veränderung. Und ja, ich werde mit meinem Schmerz konfrontiert. Den habe ich aber akzeptiert und positiv integriert und meine Kinder haben mir keinen Schmerz gebracht. Sie brachten mir Liebe. Natürlich schmerzt es manchmal, dass ich mit meine frühverstorbenen Kindern manches nicht erleben kann, aber sie brachten mir viel neues und gutes. Das erlebe ich mit ihnen und daher sind sie immer da. Und daher ist es gut, wie es ist!

Aushalten – nein! Ich halte diese Geschichten nicht. Sie bleiben, dort wo sie sind und auch hingehören.
Mich berühren die Geschichten der betroffenen Eltern und ich kann nachvollziehen was sie durchleben. Aber es belastet mich nicht. Es berührt mich. Ganz tief und fest. Sie erinnern mich und manchmal bewegen sie etwas in mir. Und sie zeigen mir, was es heißt mit Veränderungen zu leben. Und für mich ist Leben gleich Veränderung.
Das zeigt mir mein Erdenkind Frederik jeden Tag. Jeden Tag passieren Veränderungen über die wir entschieden müssen. Annehmen oder Ablehnen.
Die vielen Geschichten, die ich immer wieder höre, zeigen mir, dass rund um den Umgang mit Fehlgeburten und Totgeburten noch viel gemacht gehört und das gibt mir Kraft da weiter zu machen, wo ich vor vielen Monaten begonnen habe, weil wir, als betroffene Eltern können unser Wissen weitergeben und so beitragen, die Situation rund um dieses traumatische Erlebnis zu verbessern.
Mir macht es Freude zu sehen, dass sich vieles verändert – zum Guten. Mit unserem Wissen. Indem wir weitergeben, was anderen (hoffentlich) hilft!

Ich arbeite nicht mit dem Tod. Ich arbeite mit dem Leben. Mit dem Leben danach. Und das Leben bringt Veränderung! Es liegt an uns, wie wir damit umgehen. Annehmen oder Ablehnen!